The Jammed


Regie:
Dee McLachlan
Darsteller:
Emma Lung, Veronica Sywak, Saskia Burmeister, Masa Yamaguchi...
Drehbuch: Dee McLachlan
Produzent: Sally Ayre-Smith, Andrea Buck, Dee McLachlan
Musik: Grant Innes McLachlan
Länge: 88 min.
Freigabe: FSK 16
Genre:
Drama, Thriller
Produktion: Australien - 2007
DVD-VÖ:  Verleih: 18.01.08 / Verkauf: 15.02.08
Publisher: Sunfilm
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Der Filmtitel "The Jammed" (= Die Eingeklemmten) bezieht sich auf drei junge Frauen, Crystal (Emma Lung), Rubi (Sun Park) und Vanya (Saskia Burmeister). Alle drei wurden sie unter falschen Hoffnungen - als Tänzerinnen arbeiten zu können - nach Australien, besser gesagt, Melbourne gebracht. Dort werden sie festgehalten und unter Gewaltandrohungen sowie mit Schauermärchen über die korrupte Polizei zur Prostitution gezwungen. Auf diese Art und Weise sollen sie jeweils eine horrende Summe "erwirtschaften" - Geld, das sie den Schleppern gegenüber angeblich für Einreise, Papiere und Arbeitsbewilligung schulden.
Ashley Hudson (Veronica Sywak) geht es viel besser, die tendenzielle Einzelgängerin hat einen Job in einem Versicherungsbüro und eigentlich alles, was sie sie sich wünscht. Eines Tages trifft sie per Zufall am Flughafen auf Sunee (Amanda Ma), Rubi's Mutter, die sich auf die Suche nach ihrer Tochter gemacht hat und Ashley unerbittlich anbettelt, ihr zu helfen. Einziger Anhaltspunkt für die Suche: eine Postkarte, deren Nachverfolgung nicht nur für Ashley viele Fragen, aber auch viele Gefahren nach sich zieht...

Regisseurin Dee McLachlan (manche kennen sie unter ihrem früheren Geschlecht mit dem Vornamen Duncan) macht dem Zuseher den Einstieg in das kleine Independent-Werk nicht leicht, eine ganze Fülle an Zeitsprüngen muss bezwungen werden, bis dann endlich Ashley und ihre Rolle im Puzzlespiel definiert werden. Wer sich dann eine klassische Revenge-Geschichte erwartet, der wird (je nach Einstellung positiv oder negativ) enttäuscht werden. Ashley ist beileibe keine klassische Heldin, nur zögerlich lässt sie sich auf das Unterfangen ein, Sunee auf der Suche nach ihrer Tochter zu helfen und weiß eigentlich hinten und vorne nicht, was sie eigentlich unternehmen soll. Auch den Gefallen der einfachen Schwarzweißmalerei tut der Film dem Zuseher nicht, so offen der Anfang, so unabgeschlossen das Ende.
Da stellt sich heraus, dass der Drahtzieher der Organisation ein Mann von gesellschaftlich hohem Range ist, eine in anderen Filmen übliche Bestrafung durch Erschießung etc. ist "The Jammed" aber zu einfach, weshalb mit ihm - bis auf eine gelungene, öffentliche Konfrontation mit der befreiten Vanya, bei der ihm die Hände gebunden sind - gleich gar nichts geschieht.
Überhaupt will der Film generell keine (einfachen) Lösungen präsentieren, es geht ihm vielmehr darum, einen schockierenden (und auf Berichten, Gerichtsprotokollen und realen Ereignissen basierenden) Einblick in das Leben der Zwangsprostituierten zu geben - in die Hintergründe, "Arbeitsbedingungen" und die unmenschliche Behandlung. Eingewoben in die Hauptgeschichte ist ebenfalls die Unbekümmertheit der Bevölkerung sowie die staatliche Unfähigkeit, etwas zu unternehmen - die kompromisslose, kühle und desinteressierte Abschiebung der Opfer ist sicherlich keine geeignete Problemlösung.
Dass die Umsetzung dieser Ziele auch gelingt, dazu tragen die wahrlich exzellenten darstellerischen Leistungen bei, die bei so mancher (Vergewaltigungs-) Szene für großes inneres Unbehagen beim Zuseher sorgen. Kameramann Peter Falk fing die Bilder stilsicher ein, sodass der Low-Budget-Film einen sehr hochwertigen und anspruchsvollen Eindruck hinterlässt. Lediglich bei der Musik lassen sich die geringen Geldmittel etwas erkennen, manche Szenen hätten etwas effektiver untermalt werden können.
Was so am Ende bleibt, ist ein höchst erfreulicher Eindruck. "The Jammed", der in seinem Heimatland Australien auch ausgezeichnet wurde, vermittelt einen erschütternden Einblick in die Lebenswelt und -Umstände der Opfer und Drahtzieher des internationalen Menschenhandels, ein bis dato nur wenig thematisiertes Problem, das sicher nicht nur Australien sondern auch unsere westeuropäischen Städte betrifft. Kein schöner, einfacher, bequemer Film, der fix-fertige Problemlösungen serviert, aber gerade deswegen umso sehenswerter.


Gesamtwertung: 

DVD-Infos


Ton DVD:

Deutsch: Dolby Digital 5.1 und DTS
Englisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch

Bild DVD: 16:9 / 1:1,85
Laufzeit: ca. 88 Min.

FSK: 16
 

DVD-Extras: Trailer in englischer und deutscher Fassung, Deleted Scenes, Behind the Scenes
 

ab 18.01.08 im Verleih und im Kauf ab 15.02.08

EAN-Code: 4041658221832

 

 



Verfasser: Klaus Doblmann, 19.01.2008

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