
Sunshine
Sunshine
Regie: Danny Boyle
Darsteller: Chris Evans, Cillian Murphy, Rose Byrne, Michelle
Yeoh, Mark Strong, Cliff Curtis, Troy Garity, Hiroyuki Sanada, Benedict Wong...
Drehbuch: Alex Garland
Produzent: Andrew Macdonald
Musik: Karl Hyde, John Murphy, Rick Smith
Länge: 108 min.
Genre: Science Fiction, Action
Produktion: UK - 2007
Kinostart: AT: 20.04.07
Verleih: Centfox
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Stirbt die Sonne, so sterben auch wir. Laut SUNSHINE liegt dieses Szenario in
naher Zukunft. Bereits sieben Jahre vor der eigentlichen Filmhandlung hätte das
Raumschiff „Ikarus 1“ eine Atombombe im Kern der Sonne zünden sollen, um so dem
Stern neues Leben einzuhauchen, doch die Mission ging verloren. So liegt es nun
an der „Ikarus 2“ und ihrer Besatzung, diese Mission zu erfüllen und die
Menschheit zu retten. Sie entdeckt auch das erste Raumschiff in unversehrtem
Zustand und beginnt, darüber nachzudenken, wie es wohl wäre, falls beim ersten
Versuch etwas schief gehen sollte, mit der zweiten Bombe eine weitere Chance zu
haben… Ein paar Überraschungen werden aber für die Crew schon noch
bereitgehalten und sorgen dafür, dass Mace, Cappa, Cassie, Corazon und wie sie
nicht alle heißen, nicht langweilig wird…
… dem Zuschauer aber umso mehr, denn nachdem „Sunshine“ zu Beginn mit seinen
zugegebenermaßen hübschen und sehenswerten Special Effects zumindest optisch die
Messlatte hoch legt, werden auch die schönsten Sonnenblendungen und Wabereffekte
mit der Zeit etwas redundant.
Die „Handlung“ des Films ist dabei äußerst irrelevant, werden doch Szene um
Szene Versatzstücke des Genres bunt durch den Mixer gewurbelt – heraus kommt
eine Mischung aus „Armageddon“ (ohne den Coolness-Faktor Bruce Willis) und
„Alien“ (ohne die
Atmosphäre des Klassikers ansatzweise zu erreichen). Stattdessen: Prügelnde
Astronautencowboys, die so ihre Männlichkeit unter Beweis stellen, ein Kapitän,
der am liebsten die virtuelle Sonne herausfordert, ein asiatisches
Besatzungsmitglied, das den Karren erst richtig in den Dreck fährt und – ich
verrate es ja gerne – ein anderer Kapitän, der sieben Jahre lang nur mit Gott
gesprochen hat und sich fieserweise in seiner Ruhe gestört fühlt. Halleluja!
Dabei ist das Script gar nicht mal so dumm, wie es das Lesen dieser Zeilen
vermuten könnte, es ist nur alles schon einmal da gewesen und so furchtbar
langweilig und aufgesetzt. Die Schauspieler (darunter Cillian Murphy, bekannt
aus „Batman Begins“ und „The Wind That Shakes the Barley“) können aufgrund der
Beschränktheit des Skripts und ihrer eigenen Zweidimensionalität keine Akzente
setzten, Spannung vermag – wie schon gesagt – aufgrund der hohen
Vorhersagbarkeit des Films kaum aufkommen und die Inszenierung an sich wirkt
ebenfalls wenig enthusiastisch.
Die einzig tolle Szene ist, wie zwei der drei Astronauten von der „Ikarus 1“
ohne Raumanzug sondern in Alufolie o.ä. gewickelt, an der „Ikarus 2“ andocken
und einer bei dieser riskanten Aktion im wahrsten Sinne des Wortes „verglüht“.
Das Skript an sich ist eine wahre Katastrophe: Angefangen von der Frage, wieso
die goldenen Raumanzüge aussehen, als hätte sie Da Vinci vor 500 Jahren
entworfen, oder diejenige nach Existenz und Überleben des blinden Passagiers,
der im letzten Drittel der Crew der „Ikarus 2“ einheizt. Warum ist es scheinbar
so einfach, den Bordcomputer zu deaktivieren, es aber so schwierig, ihn wieder
zu aktivieren? Und die grundsätzlichste überhaupt: Warum soll eine Atombombe die
Sonne retten? Handelt es sich hierbei gar um einen feinsinnigen und
unterschwelligen Kommentar Boyles zur aktuellen Klimasituation? Warum sieht die
Crew die einzige Möglichkeit um selbst zu überleben, in der Dezimierung ihrer
Mitglieder? Unbeholfen oder einfach nur doof?
Der Schauwert des Films ist zwar ziemlich hoch, den richtigen Kinosaal mit der
richtigen Tonanlage vorausgesetzt, dürfte auch das auditive Vergnügen ein
äußerst hohes sein, „empfehlen“ im weiteren Sinne möchte ich diesen Film aber
nicht. Wer nur tolle Effekte schauen will, der findet vermutlich Gefallen an dem
Film. Es gibt aber wesentlich bessere, anspruchsvollere Kost, mit der man seine
Zeit anregender verbringen kann, als mit derartigem Sci-Fi Schmonzes – es mag
bestimmt noch schlimmere geben, aber dieser hier gehört definitiv ebenfalls zu
den schwächeren, weil unspektakulären. Sogar 'ne alte Folge „Enterprise“ ist
spannender als dieser Käse…
Gesamtwertung:
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Verfasser: Florian Widegger, 15.03.2007
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