Schräger als Fiktion
(Stranger Than Fiction)

Bilder zum Film:
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WILL FERRELL spielt den Finanzbeamten Harold Crick.


Harold Crick (WILL FERRELL) ist ganz angetan von der charmanten Bäckerin Ana Pascal (MAGGIE GYLLENHAAL).


Harold Crick (WILL FERRELL,r.) sucht Hilfe bei Literaturprofessor Jules Hilbert (DUSTIN HOFFMAN).

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© Sony Pictures Releasing

Regie: Marc Forster
Darsteller: Will Ferrell, Maggie Gyllenhaal, Dustin Hoffman, Queen Latifah, Emma Thompson...
Drehbuch: Zach Helm
Produzent: Lindsay Doran
Musik: Britt Daniel, Brian Reitzell
Länge: 113 min.
Freigabe: FSK: ab 6, beantragt
Genre:
Komödie/Drama/Romanze
Produktion: USA/2006
Kinostart: DE: 08.02.07 / AT: 09.02.07
Verleih: Sony Pictures Releasing
Offizielle HP zum Film und Trailer: www.schraeger-als-fiktion.de
Infos bei IMDB
Infos bei OFDB


Harold Crick (Will Ferrell) ist Steuereintreiber fürs US-Finanzamt und führt ein eher langweiliges Junggesellendasein. Seine Leidenschaft sind Zahlen, er versucht alles irgendwie in solche zu fassen und "lebt" auch in ebensolchen: Er zählt beim Zähneputzen die Bürstenstriche, er zählt die Schritte zur Bushaltestelle, in seinem Kopf versucht er sogar die Füllmenge von Seifenspendern in Toiletten in Zahlen zu fassen. Eines Morgens, bei der routiniert ablaufenden Zahnpflege, hört er plötzlich eine seltsame Frauenstimme in seinem Kopf. Sie erzählt ihm sein Leben - wie in einem Roman...
Kay Eiffel (Emma Thompson) ist eine überaus erfolgreiche Schriftstellerin, die nach über 10 Jahren wieder ein neues Buch herausbringen will. Die Hauptperson ist Harold Crick, ein langweiliger Steuereintreiber. Und ebendiese Stimme ist es auch, die Harold hört. Zunächst empfindet Harold das ganze etwas befremdlich, mit Hilfe des Literaturprofessors Jules Hilbert (Dustin Hoffman) versucht er, dem Geheimnis der seltsamen Stimme auf den Grund zu kommen. Und während sich Harolds Liebesleben durch die Bekanntschaft mit der anarchistischen Bäckerin und Steuerhinterzieherin Ana Pascal (Maggie Gyllenhaal) auf einem neuen Höhepunkt befindet und er sich - trotz der Stimme in seinem Kopf - nicht besser fühlen könnte, kündigt ihm Kay Eiffel sein baldiges Ableben an... Durch Zufall entdeckt Harold Kay und versucht sie, von ihrem Vorhaben, ihn umzubringen, abzubringen (ein Satz, der mir sehr gut gefällt).

ARE YOU IN A TRAGEDY OR IN A COMEDY?
Schon der Trailer von STRANGER THAN FICTION verspricht so einiges: Eine neue, verrückte Grundidee sollte diesen Film beherrschen - die Frage: "Wie ist das Leben als Romanfigur eigentlich?" könnte im Mittelpunkt stehen. Nun, Drehbuchautor Zach Helm hat sicherlich Ambitionen, aber er verschenkt all dies schon nach knapp einer halben Stunde um den Film zu einer typischen romantischen Komödie verkommen zu lassen. Typisch, weil wir alles schon mal gesehen haben und die guten Ansätze völlig über Bord geworfen werden.
STRANGER THAN FICTION lebt vor allem durch zwei Dinge: Die durch die Bank sehr ansprechenden schauspielerischen Leistungen und ein paar wirklich fetzige One-Liner und Witze, die diesmal Dustin Hoffman im besonderen als Professor für Literaturwissenschaft in den Mund gelegt werden. Ja, der Film regt durchaus häufig zum Schmunzeln, stellenweise sogar zum laut Loslachen an. Mehr ist aber nicht. Noch ein paar Kommentare zu den Darstellern: Wie schon gesagt, sie liefern alle überzeugende Darstellungen ab: Ob Will Farrell als Langeweiler, der sich plötzlich einer (wohl nicht nur) ihm unangenehmen Situation gegenüber sieht, Emma Thompson als kettenrauchende Schriftstellerin, immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, ihren Protagonisten umzubringen, Dustin Hoffman als Literaturprofessor, der nie um eine Antwort verlegen ist, und sogar mal barfüßig auftritt (fand ich irgendwie gottgleich, diese Szene) oder - last but not least - Maggie Gyllenhaal als schnuckelige Bäckerin, die diesmal auf Peitschenhiebe und sonstige Schläge verzichtet. Das illustre Ensemble gewinnt einen Großteil aller Sympathiepunkte und hält bei Laune.

STRANGER THAN FICTION verfügt über eine solide und spannende Grundidee, die nach und nach verblasst, in einigen Szenen oft auch nicht zum Tragen kommt, und am Ende absolut enttäuschend umgesetzt wird. Es verwundert daher kaum, dass Professor Hilbert bereits 20 Minuten vor Schluss Harold ein unbefriedigendes Ende ankündigt - scheint aber, als hätte er hier nicht zu Harold, sondern zum Zuschauer gesprochen. Da ich nicht großartig spoilern möchte gibt's nur so viel von mir: Genrekonventionen werden NICHT gebrochen. Dabei hätte mich das gar nicht mal so stark gestört, die "Entschuldigung" die dafür gefunden wird, ist allerdings zu hahnebüchern.
Die Regie von Marc Forster ist weitestgehend uninspiriert - schon nach 20 Minuten hat dieser sein Feuer an kreativen Ideen scheinbar verschossen.

Aus diesem Film hätte wirklich etwas ganz Besonderes werden können - eine schwarze Komödie um einen Mann, der in seinem eigenen Roman gefangen ist, beispielsweise (und das habe ich mir auch erwartet). Leider ist nur das erste Filmdrittel wirklich interessant und einigermaßen "neu" - was dann kommt, kann allerhöchstens als netter Durchschnitt bezeichnet werden. Nett, weil die Darsteller überzeugen. Nett, weil man wissen will, wie es mit Harold weitergeht. Nett, weil man(n) vor allem Maggie Gyllenhaal sehen will. Der Rest ist nichts Halbes und nichts Ganzes - STRANGER THAN FICTION hätte so viel sein können, hebt sich aber mit fortschreitender Laufzeit immer weniger von Genrekollegen ab und vermag es nicht, seine Grundidee entsprechend zu entfalten. Somit gebe ich - leicht enttäuscht - 3 Filmrollen - knapp, aber doch kann ich diese verantworten...


Gesamtwertung: 

Verfasser: Florian Widegger, 22.01.2007

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