
KEINE SORGE, MIR GEHT’S GUT
(Je vais bien, ne t`en fais pas)

Regie: Philippe Lioret
Darsteller: Mélanie Laurent, Kad Merad, Isabelle Renauld, Julien
Boisselier...
Drehbuch: Olivier Adam (Buch), Philippe Lioret
Produzent: Christophe Rossignon
Musik: Nicola Piovani
Länge: 96 min.
Freigabe: -
Genre: Drama
Produktion: Frankreich - 2006
Kinostart: AT: 13.04.07
Verleih: polyfilm
Infos bei
IMDB
Infos bei
OFDB
Die 19-jährige Lili (Mèlanie Laurent) kehrt gerade von ihren einmonatigen
Sprachferien aus Barcelona nach Paris zurück und erfährt, dass ihr
Zwillingsbruder Loic nach einem Streit mit ihrem Vater abgehauen ist. Da er sich
nicht bei ihr meldet und sich auch die Familie äußerst teilnahmslos verhält,
tritt Lili in den Hungerstreik, was sie nach einigen Tagen ins Krankenhaus
bringt, wo sie sich weiter weigert zu essen. Erst als ihr Bruder ihr eine
Postkarte schickt, gewinnt sie wieder neuen Mut und wird wieder gesund. Sie
bekommt laufend Karten von ihm und beschließt, sich auf die Suche zu begeben –
erfolglos. Weniger erfolglos ist Mèlanie in ihrem Gefühlsleben. Nachdem sich der
Exfreund ihrer besten Freundin, Thomas (Julien Boisselier), beginnt, sich für
sie zu interessieren, lässt sie sich, zaghaft aber doch, auf eine Beziehung ein.
Eines Morgens glaubt sie, Loic gesehen zu haben, wie er eine Postkarte in einen
Briefkasten steckt…
„Je vais bien, ne t`en fais pas“ war nicht nur einer der heimischen Kinohits
Frankreichs des letzten Jahres, sondern auch in fünf Kategorien César-nominiert
(französischer Oscar), darunter als bester Film. Gewonnen hat er jedoch nur in
zwei, nämlich den Preis für die beste Nachwuchsdarstellerin (Mèlanie Laurent in
einer beeindruckenden Performance) und für den besten Nebendarsteller (Kad Merat,
eigentlich ein Komiker, als etwas „langweiliger“ Vater).
Ansonsten ist der Film das, was man als "typisch französisch" bezeichnen könnte:
Er verfügt über eine interessante Grundthematik, spult sie aber ohne besonders
große Ambitionen ab und funktioniert vermutlich gerade deshalb so gut. Das
Drehbuch an sich ist noch das größte Problem des Films: Es wirkt an einigen
Stellen undurchdacht sowie unfertig und lässt am Schluss einfach ein paar Fragen
zu viel offen, auf die ich aber nicht eingehen werde, um nicht zu viel von der
Geschichte zu verraten - das größte storytechnische Interesse gilt nämlich dem
mysteriösen Verschwinden des Bruders. Ansonsten baut der Film nur auf seine
tollen Darsteller sowie dessen Beziehungen zueinander - und ich muss an dieser
Stelle erneut sagen, Mèlanie ist mindestens so gut, wie sie hübsch ist und die
von ihr verkörperte Figur, Lili, steht zudem im Zentrum aller
Figurenbeziehungen.
In seiner Schlüsselszene, die auch das Geheimnis auflöst, wirkt der Film
wiederum viel zu banal, als dass man dieses Ende annehmen könnte. Das wird an
dieser Stelle natürlich nicht verraten, da das dem Film, der stellenweise ja
auch wie ein Thriller funktioniert, seinen "Funken" rauben würde. Somit bleibt
insgesamt zwar ein überwiegend positiver Gesamteindruck und "Keine Sorge, mir
geht's gut" ist wohl ein idealer Film für die anspruchsvolle Kinogeneration
unter 30, allerdings hätte man durchaus mehr erwarten können.
Gesamtwertung:
![]()
Verfasser: Florian Widegger, 02.04.2007
Über diesen Film in unserem Forum diskutieren!
Alle Rezensionen (C) 2005-2007 doblmann.de,
alle Rechte vorbehalten
Alle Markennamen, Bild- und sonstige Rechte © 2007 polyfilm
Plakatmotiv © Prokino
Partner:
DVD-Forum.at
| DVDiggle
| Bolly-Wood