Immer nie am Meer

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Regie: Antonin Svoboda
Darsteller: Christoph Grissemann, Dirk Stermann, Heinz Strunk
Drehbuch: Christoph Grissemann, Dirk Stermann, Heinz Strunk, Antonin Svoboda, Jörg Kalt
Produzenten: Antonin Svoboda, Martin Gschlacht, Jessica Hausner, Barbara Albert
Musik: diverse
Länge: 88 min.
Freigabe: -
Genre:
Drama, Komödie
Produktion: AT - 2007
Kinostart: AT: 9.03.07
Verleih: Filmladen
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Geschichtsprofessor Baisch (Dirk Stermann) und sein Schwager Anzengruber (Christoph Grissemann) befinden sich auf dem Nachhauseweg von einer Weinverkostung. Die beiden lesen den deutschen Entertainer Schwanenmeister (Heinz Strunk), dessen Auto im Straßengraben steht, auf. Kurz darauf wird dem Trio eine Geherin zum Verhängnis – durch das Ausweichmanöver Baischs kommt der Wagen von der Straße ab und erst tief im Wald zum Stehen. Allerdings genau zwischen zwei Bäumen, sodass ein Ausstieg unmöglich ist. Beim Auto handelt es sich um den Dienstwagen des ehemaligen Bundespräsidenten Dr. Kurt Waldheim, weshalb der Wagen mit einigen Extras, wie Unmengen an vollen Sektflaschen im Kofferraum ausgestattet ist. Die Fenster – aus Panzerglas - lassen sich nur einen Spalt, das Schiebedach gar nicht öffnen, Handys haben natürlich keinen Empfang. Und so sitzen die drei Männer gefangen im Auto. Was kommt als nächstes? Ein paar Tage später findet der junge Toni (Philip Bialkowski) die drei Männer. Da der Bub selbst Ratten züchtet, interessiert er sich für das Verhalten von „Ratten“ (in dem Fall aber Menschen) in Extremsituationen. Und er beginnt ein brutales Spiel zu spielen… 

IMMER NIE AM MEER ist kein einfacher Film. Was zunächst als Groteske, als schlechte Komödie (schlecht im Sinne von eigentlich unwitzig) beginnt, in der drei Männer, die sich eigentlich nicht besonders kennen oder mögen, auf engstem Raum miteinander auskommen müssen, schlägt ziemlich genau bei der Hälfte, als nämlich der junge Toni die drei Männer findet, um und wird zu einem leisen Psycho-Thriller. Eine Wende, die etwas unverhofft kommt und zunächst gewöhnungsbedürftig ist, da der Ton des Films plötzlich ein ganz anderer wird. Von der anfänglichen Komödie bleiben nur noch Fetzen übrig, die drei seltsamen Charaktere, ihr Umgang untereinander, ein bisschen Wortwitz… ansonsten herrscht bitterer Ernst.

Der Film lebt natürlich von seinen drei Hauptdarstellern, die bewusst sich selbst verkörpern. Wer Stermann und Grissemann aus dem Radio kennt, wer ihre Arbeit schätzt, der findet prinzipiell dieselben Charaktere auch hier wieder, dem wird auch der Humor des Films zusagen. Die dargestellten Figuren sind äußerst vielschichtig, ihre Vergangenheit wird zum nicht unwesentlichen Bestandteil des Films: Baischs gescheiterte Ehe, Anzengrubers Tablettensucht und Schwanenmeisters homosexuelle Erfahrungen als Kind – all diese Elemente fließen ins Geschehen ein und verleihen den Personen Tiefe und Greifbarkeit.

IMMER NIE AM MEER zeigt aber vor allem die Langeweile, die in einer solchen Situation entstehen kann, er zeigt die Verzweiflung und die Machtlosigkeit, welche die drei Männer zuerst gegenüber ihrem goldenen Gefängniskäfig, später kindlichem Peiniger empfinden.

Trotz des leichten Hangs dazu, Anti-Kino zu sein, ist IMMER NIE AM MEER ein empfehlenswerter Film, am ehesten wohl für die Fans von Stermann und Grissemann geeignet, ein Film, der die Grausamkeit des Banalen eindrücklich schildert und der seinen Zuschauern wohl noch lange im Gedächtnis bleiben wird.


Gesamtwertung: 

Verfasser: Florian Widegger, 26.02.2007

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