Hostel 2

Regie: Eli Roth
Darsteller: Lauren German, Roger Bart, Heather Matarazzo...
Drehbuch:
Eli Roth
Produzenten: Chris Briggs, Mike Fleiss, Eli Roth
Musik: Nathan Barr
Länge: 92 min.
Freigabe: FSK: KJ (cut-Version)
Genre:
Horror
Produktion: USA - 2007
Kinostart: DE: 14.06.07 / AT: 15.06.2007
Verleih: Sony Pictures Releasing
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Es darf wieder gefoltert werden! Doch bevor es wieder in die Slowakei geht, widmen wir uns noch ein bisschen Paxton (Jay Hernandez), dem Überlebenden des ersten Teils. Ihn verfolgen seit seinem Entkommen aus der Folterhölle grausame Albträume. Seine Freundin will mit seiner Geschichte zur Polizei, doch er hält dies für keine gute Idee: „Die haben überall ihre Verbindungsmänner“. Eines Morgens entdeckt ihn seine Freundin kopflos am Frühstückstisch.
In Rom studieren unter anderem drei Amerikanerinnen bei keiner geringeren als Edwige Fenech Kunst: Beth (Lauren German), die Erbin eines Millionenvermögens, die ihrem Vater Unterhalt bezahlen muss, Lorna (Heather Matarazzo), die das Wort „Bitch“ schon in großen Lettern auf ihrer Stirn geschrieben hat und Whitney (Bijou Phiilips), die schüchterne, Tagebuch schreibende Pseudojungfrau. Eigentlich wollen die drei nach Prag reisen, doch im Zug begegnen sie einem der hübschen Aktmodels des Kunstkurses, Axelle (Vera Jordanova) wieder. Die fährt in die Slowakei um zu relaxen und heiße Jungs aufzureißen. Und so überredet Axelle die drei Mädels, mitzukommen. Sie bringt sie in der Jugendherberge des namenlosen slowakischen Dorfes unter, wo der Concierge die Pässe scannt. Es beginnt die Versteigerung der drei Mädels unter den weltweit agierenden Wirtschaftsbossen. Zwei davon sind die befreundeten Amerikaner Stuart (Roger Bart) und Todd (Richard Burgi). Während Todd es gar nicht mehr erwarten kann, endlich seinen ersten Mord zu begehen ziert sich Stuart noch. Es kommt, wie es kommen muss: Zunächst wird Whitney auf einem „typisch“ slowakischen Dorffest entführt und darf schließlich mit ihrem Körpersaft als Badewasser für einen Elizabeth Bathory-Verschnitt dienen. Auch die beiden anderen Girls genießen ihre Freiheit nur kurz und finden sich bald in den düsteren Gemäuern der Folterfabrik und ihrer Peiniger wieder…


PR- und Marketinggags sei Dank, Eli Roth wurde mit seinem 2002 produzierten Erstling Cabin Fever und der tatkräftigen Hilfe von Regieguru Quentin Tarantino zum Hoffnungsträger des Horrorfilms im neuen Jahrtausend erhoben. Mit Hostel (2005) bewies er eindeutig, dass diese Hoffnungen doch eher unberechtigt waren. Denn der krude und manchmal unerträgliche Mix aus Softporno und Folterfilm konnte die Erwartungen nicht annähernd erfüllen. Doch die Spatzen schreien es von den Dächern – Hostel 2, der zweite und – laut Roths Aussagen – von ihm auch letzte Film der Reihe soll noch blutiger, noch geschmackloser und noch schockierender werden. Doch auch Roth kocht nur mit Wasser und Kunstblut bleibt Kunstblut.

Seine Versprechen hält Roth nicht wirklich. Hostel 2 bietet insgesamt eigentlich nur drei etwas härtere Folterungsszenen, die im Gedächtnis bleiben und ansonsten – nein, trotz der überaus hübschen Darstellerinnen, keine Nacktszenen (bis auf eine kurze Ausnahme) – eine vorhersehbare, dünne wie wenig originelle Geschichte. Der „Überraschungseffekt“ aus dem Erstling ist weg – schließlich ist von Anfang an klar, wo die filmische wie geografische Reise hingehen wird. Dass sich Roths neuer dann doch so zurückhält in Sachen Gewalt, Blutspritzer (was nicht heißt, dass der Film zimperlich sei, im Gegenteil, nur kann er eben die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen) und Nudity ist fast schon enttäuschend.
Dafür sorgt Hostel 2 für einen angenehm hohen Unterhaltungswert. Horrorfans und Kenner freuen sich darüber, Edwige Fenech (habe ich sofort erkannt), Ruggero Deodato (habe ich erst im Nachhinein erkannt) und Luc Meranda (habe ich nicht erkannt) wieder zu sehen. Die Cameos gehören mit zum „Originellsten“, was Roths Schlachtplatte aufzufahren hat. Und schließlich: Das Drehbuch! Sämtliche Klischeevorbehalte, die Amerikaner gegenüber Osteuropäern nur haben können, werden erfüllt und sorgen für Amüsement beim Zuschauer: Etwa wenn Lorna ihre slowakische Männerbegleitung allerernstens mit „Borat“ tituliert. Der obligatorische One-Liner „Ist in der Slowakei nicht noch Krieg“ ist ebenfalls mit von der Partie. Das und die kleinen aber feinen Ungereimtheiten des Drehbuchs sorgen für „jolly good laughs“.
Die Besetzung ist – neben der Cameos – ebenfalls ganz gut gelungen, sicherlich haben die Charaktere nur wenige Entwicklungsmöglichkeiten, aber zumindest Lauren Williams als Heroine kommt doch mehr als überzeugend 'rüber.

Wer sich einen bitterbösen Horrorfilm mit exzessiven Folter- und Gewaltszenen erwartet, wird mit Sicherheit enttäuscht sein, dafür wird in Hostel 2 einfach zu viel geplappert und Zeit vergeudet. Wer einen etwas unfreiwillig komischen, höchst unspannenden und gerade deshalb nicht besonders ernst zu nehmenden Horrorfilm sehen will, der sich von der Pseudo-Schmutz-Welle der letzten Jahre kaum unterscheidet und sich vielleicht selbst nicht besonders Ernst nimmt, kann einen Blick riskieren. Als Splatterfilm gefiel mir Teil 1 besser (2/5), insgesamt betrachtet, war mir Teil 2 dann aber doch um einiges lieber!

Gesamtwertung:
 

Verfasser: Florian Widegger, 14.06.2007

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