
Battle in heaven
(Batalla en el cielo)

Regie: Carlos Reygadas
Darsteller: Marcos Hernández, Anapola Mushkadiz, Bertha Ruiz...
Drehbuch: Carlos Reygadas
Produzent: Philippe Bober, Susanne Marian, Carlos Reygadas, Jaime
Romandia
Musik: John Tavener
Länge: 98 min.
Freigabe: -
Genre: Drama, Romanze
Produktion: Mexico / Belgien / Frankreich / Deutschland - 2006
Kinostart: AT: 30.03.07
Verleih: polyfilm
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INHALT:
Marcos (Marcos Hernández) und seine Frau (Berta Ruiz), beide stark
übergewichtig, haben das Baby ihrer Nachbarin entführt, das aber gestorben ist.
Während sie in der U-Bahn Wecker und Kuchen (was für eine Kombination) verkauft,
ist er als Flaggenhisser und Chauffeur tätig. In seiner letzten Funktion holt er
Anna (Anapola Mushkadiz), die Tochter seines Chefs, vom Flughafen ab. Die jobbt
am Wochenende in einem Bordell und Marcos steht unheimlich auf sie und
schließlich schlafen sie miteinander. Nachdem Marcos sich ihr offenbarte, redet
sie ihm ein, sich der Polizei zu stellen, während Marcos Frau ihn jedoch drängt,
seine Schuld mit einem Pilgermarsch zu sühnen.Es wird sein letzter sein...
Es gibt Filme, die scheinbar mit dem "Holzhammermodell" einem nicht vorhandenen
Vermögen, eine Geschichte zu erzählen, interessante Charaktere zu kreieren oder
zumindest auch visuell einigermaßen ansprechend zu sein, den "Arthaus"-Stempel
aufdrücken wollen. In "Battle in Heaven" geschieht genau dies. Zu Beginn sehen
wir das unappetitliche Gesicht von Marcos, die Kamera zoomt langsam weg, wir
sehen seinen nackten Oberkörper, der Zoom geht weiter und wir sehen, wie ihm
eine hübsche Frau, die sich später als Anna entpuppt, einen bläst. Aber nicht
wie in einem Porno, sondern hochstilisiert und gaaaaanz langsam. Diese
Langsamkeit behält der Film für die restlichen knapp 100 Minuten bei.
Stilistisch bewegt sich der Film durch die Kälte der Bilder irgendwo bei Haneke,
während der österreichische Regisseur jedoch seine ganz besondere, eigene
Atmosphäre erzeugen kann, vermag Reygadas in seinem zweiten Film nur in einer
Szene wirklich zu überraschen. Ansonsten herrscht gähnende Langeweile und selbst
der dümmste anzunehmende Zuschauer sollte erkennen, dass die paar Sexszenen
(besonders "eklig" wenn Marcos mit seiner Frau schläft) eingestreut wurden, um
zumindest für Gesprächsstoff zu sorgen.
Elementare Grundfragen werden nicht beantwortet: Warum haben Marcos und seine
Frau ein Baby entführt? Natürlich aus finanziellen Gründen, jedoch: Beide sind
berufstätig, beiden fehlt es scheinbar an nichts. Warum handelt Marcos so wie er
handelt? Sicherlich, "Battle in Heaven" ist kein oberflächlicher Film und will
seinen Zuschauern bestimmt etwas sagen. Ihn nur als Schock- und Provokationskino
abzutun wäre aber mindestens genau so ungerecht, wie ihn als großes Kunstkino zu
bezeichnen. Vielleicht liegt der Film irgendwo dazwischen, aber es dürfte
wirklich schwer sein, sich mit Reygadas neuem Werk anzufreunden. Dazu ist es
einfach zu langweilig, selbstzweckhaft inszeniert und stellenweise extrem
nervig. Gerade noch an der Grenze, dass ich ihn nicht gehasst habe...
Gesamtwertung:
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Verfasser: Florian Widegger, 28.03.2007
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